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Sonntag 20 Mai 2012
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Sie sind hier: Home Kulturelles Wiener Kaffeehäuser und Kaffeeliteratur
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Kaffeehäuser  werben  für  Wien  als  Stätte  eines

besonderen  Lebensstils

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Für den „echten Wiener“ gibt es tausenderlei Gründe, um ins Kaffeehaus zu gehen: Um Kaffee zu trinken, um Zeitungen zu lesen, um gesellschaftliche oder private Rendez-vous zu erledigen, um zu philosophieren oder nur vor sich hin zu meditieren, um Schach, Billard oder Bridge zu spielen, um Bücher zu schreiben... – kurz gesagt, um bewusster als sonst üblich zu leben.

Das Wiener Kaffeehaus ist eine typische Wiener Institution, die bis heute ein wichtiges Stück Wiener Tradition bildet. Der Schriftsteller Peter Altenberg charakterisierte das Kaffeehaus als "nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft".

Auf der österreichischen Webseite  Das Wiener Kaffeehaus  können Sie genaueres und kurioses zum Thema lesen: Die darin enthaltenen Informationen (von Geschichte bis zur Erläuterung der vielen Kaffee-Zubereitungsarten, die noch heute den Gästen angeboten werden).

Das Kaffeehaus als Treffpunkt der Intellektuellen
Besonders bekannt wurden die Wiener Kaffehäuser dank der sogenannten „Kaffeehausliteratur“, die sich ungefähr zwischen 1890 und 1938 besonders in Wien entwickelte und die ihre Hochblüte in der Zeit des „Fin de siècle“ erreichte. In  seinem 1950 verfassten Werk Die Welt von gestern  lobt  Stefan Zweig - ein treuer Besucher des berühmten Café Griensteidl - das Kaffeehaus rückblickend als die beste Bildungsstätte für alles Neue :
Das Wiener Kaffeehaus stellt eine Institution besonderer Art dar, die mit keiner ähnlichen der Welt zu vergleichen ist. Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann“. Und weiter: „So wussten wir alles, was in der Welt vorging, aus erster Hand, wir erfuhren von jedem Buch, das erschien, von jeder Aufführung und verglichen in allen Zeitungen die Kritiken; nichts hat so viel zur intellektuellen Beweglichkeit des Österreichers beigetragen, als dass er im Kaffeehaus sich über alle Vorgänge der Welt umfassend orientieren und sie zugleich im freundschaftlichen Kreise diskutieren konnte. Täglich saßen wir stundenlang, und nichts entging uns. Denn wir verfolgten dank der Kollektivität unserer Interessen den orbis pictus der künstlerischen Geschehnisse nicht mit zwei, sondern mit zwanzig und vierzig Augen (…)
 
Das Kaffeehaus fungierte also damals als Treffpunkt vieler jungen Intellektuellen wie u. a. Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Hermann Bahr, Peter Altenberg, Franz Werfel .... sie wurden aber scharf von Karl Kraus kritisiert und in seiner Zeitschrift Die Fackel angegriffen: Selbst die Bezeichnung „Kaffeehausliteraur“ war negativ gefärbt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

              

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